BjN-Naturisten-Blog 2016




Frohe Weihnachten aus dem Bundesjugendministerium


Der Bund junger Naturisten (BjN) e. V.  ist bei Gooding.de

 

Liebe Mitglieder und Fans vom BjN!


Ab sofort ist es möglich ganz einfach und ohne Mehrkosten etwas Gutes für unseren Verein zu tun.

 

Wir arbeiten mit der Plattform gooding.de zusammen und können somit von Euren Online-Einkäufen profitieren.

 

 

Klickt auf das Bild und ihr findet eine einfache Erklärung oder schaut Euch den Gooding-Film bei Youtube an.

 

Vielen Dank für Eure Unterstützung!



 115 Jahre AfS - der Start zur erlebnisorientierten Jugendarbeit

In den Jahren zwischen 1890 und 1900 gab es regional verstreute angeleitete Jugendgruppen die sich nach Natur, Gemeinschaft und Abenteuer sehnten und die sich in einer Phase fortschreitender Industrialisierung der Städte und angeregt durch Ideale der Romantik von den engen Vorgaben des schulischen und gesellschaftlichen Umfelds lösen wollten, um in freier Natur eine eigene Lebensart zu entwickeln. Oft waren es Schüler und Studenten, die von ihren Lehrern angeleitet, am Wochenende und in ihren Ferien in die Natur entfliehen wollten.

Der damals 20-jährige Student Hermann Hoffmann hatte diese Anfangsjahre miterlebt. Er zog nach Steglitz bei Berlin, um am dortigen Gymnasium Stenographie zu lehren. Aufgrund seines noch sehr jungen Alters baute sich zwischen ihm und den Schülern eine Freundschaft auf, die nach Schulschluss zu gemeinsamen Unternehmungen führte. In vielen Gesprächen zwischen den Jugendlichen kamen auch die Jugendzeiten von Hermann Hoffmann zur Sprache. Seine Schüler baten darum, ebensolche Wanderfahrten zu organisieren, wie die aus seinen Geschichten.

Auf kleinere Ausflüge in den Berliner Grunewald folgten längere Wanderungen in den Harz, den Böhmerwald, bis hin zu einer mehrwöchigen Wanderung nach Köln. So entstand eine feste Jugendgruppe, die die Natur als ihr zweites Zuhause ansah und diese Natur neben der Industrialisierung der Städte auch zu schätzen wusste.

 

Etwas Neues zu beginnen sorgt erst einmal für eine Menge Skepsis und Angst in der Öffentlichkeit. Jugendgruppen zu bilden, diese an ihren eigenen Erfahrungen wachsen zu lassen und Sozialkompetenz zu vermitteln – alles das kannte man zu dieser Zeit noch nicht. Also machte man sich Gedanken, wie man diese Idee in die Öffentlichkeit tragen konnte, denn Mitstreiter gab es genug.

Am 04.11.1901 versammelten sich einige Lehrer, Eltern und Schüler im Steglitzer Ratskeller zur Gründungsversammlung vom „Ausschuss für Schülerfahrten e.V.“ (AfS), welcher den Namen „Wandervogel“ erhielt. Karl Fischer, ein Schüler aus Hermann Hoffmanns Klasse, organisierte diese Gründung und leitete fortan den Verein. Niemand konnte ahnen, was für eine Welle diese Gründung auslöste.

Im gesamtdeutschen Raum entstanden weitere Wandervogelbünde, der Zulauf wurde immer größer. Damit stellte der Wandervogel den Beginn der deutschen Jugendbewegung dar, die auch für Reformpädagogik, Freikörperkultur und Lebensreformbewegung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wichtige Impulse setzte.

Heute 115 Jahre später gibt es immer noch Wandervogelbünde oder bündische Vereinigungen, die sich mit dem ersten Wandervogelbund von 1901 verbunden fühlen. Einer davon ist der „Bund junger Naturisten (BjN) e.V.“, gegründet 2016 mit Sitz in Berlin. Auch in diesem Bund hat die Eigenständigkeit der Schüler und Jugendlichen, das Umweltbewusstsein, der Naturgedanke und die Gemeinschaft einen sehr hohen Stellenwert. 

www.bund-junger-naturisten.de


Fidus-Pilgerfahrt nach Woltersdorf am 13.08.2016

Woltersdorfer Straßenbahn
Woltersdorfer Straßenbahn

Am 13.08.2016 fand ein Vereinsausflug der besonderen Art statt, wir folgten den Spuren des Lebensreformers Fidus (Hugo Höppener). Fidus hat weltweite Bekanntheit durch seine Jugendstil-Kunstwerke erworben, ganz besonders durch sein Werk „Lichtgebet“, welches zur Ikone der Jugendbewegung wurde und in Anlehnung unser Bundes-Logo ziert.

Fidusallee in Woltersdorf
Fidusallee in Woltersdorf

Fidus war zu seiner Zeit vielen Reformbewegungen angetan, wie z.B. der Bodenreform, dem Vegetarismus, der Gartenreform und Naturreligion. Über seinen „Namensgeber“ und den später als FKK-Pionier bekannten Karl Wilhelm Diefenbach fand er Kontakt zur Nacktbewegung, aus der die deutsche Freikörperkultur entstand und er weitere Impulse für seine Werke fand. Weiterhin war er mit der nicht unweit entfernt gegründeten Wandervogelbewegung verbunden und wurde mit seinen Werken im Jugendstil eine bekannte Größe in der deutschen Jugendbewegung.

Fidushaus in Woltersdorf
Fidushaus in Woltersdorf

Der größte Teil seines Nachlasses befindet sich im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf der Burg Ludwigstein. Weitere Werke und Meilensteine befinden sich in Woltersdorf bei Berlin, wo uns unsere heutige Fahrt hinführte. Mit einer kultigen und historischen Straßenbahn fuhren wir vom S-Bahnhof Rahnsdorf nach Woltersdorf. Dort befand sich unser erster Zielort in der Nähe der Haltestelle, die Fidusallee. Das die Gemeinde Woltersdorf eine Straße nach Fidus benennt, zeigt welchen Stellenwert er nicht nur mit seiner Bekanntheit hatte, sondern auch wie wichtig er zu seiner Zeit mit dem Geschehen rund um den Ort zu tun gehabt hatte.

Info-Tafel vor dem Fidushaus
Info-Tafel vor dem Fidushaus

Die Fidusallee bis zum Ende in Richtung Köpenicker Str. entlang wanderten wir nicht lange, denn hier kam schon das eigentliche Highlight des Tages zum Vorschein, das Fidus-Haus. Dieses Haus in der Woltersdorfer Villenkolonie "Schönblick" lies er als Werk- und Atelierhaus von seinem Freund und neuen Nachbarn von 1907-1909 bauen, um darin zu arbeiten, seine Werke auszustellen und mit seiner Familie in Woltersdorf einen festen Wohnsitz zu schaffen. Es wurde von 1995-1998 denkmalgerecht saniert und erhielt dafür den Brandenburgischen Landesdenkmalpreis. Es sollte hieraus das „Museum der deutschen Lebensreform“ entstehen, was allerdings scheiterte. Es wurde verkauft und wird nun leider als privates Wohnhaus genutzt.

Fidusgrab auf dem Woltersdorfer Friedhof
Fidusgrab auf dem Woltersdorfer Friedhof

Die Pilgertour ging weiter der Köpenicker Straße entlang bis zum Ende und um den Berliner Platz herum zum Woltersdorfer Friedhof.

 

Auf dem Friedhof in Woltersdorf werden einige Grabmale vom Woltersdorfer Verschönerungsverein Kranichsberg e.V. gewartet, eines davon ist von Fidus.

 

Versteckt unter Bäumen sticht es doch mit seiner Fidus-typischen Architektur heraus. Ein großes Holzkreuz, im Hintergrund mit der Licht spendenden Sonne und seinem Künstlernamen „Fidus“ im Vordergrund.

Fidusdenkmal in Woltersdorf
Fidusdenkmal in Woltersdorf

Weiter geht es der Berliner Straße entlang in die Schleusenstr. zum nächsten Zielpunkt, dem 1926 gebauten Denkmal der im 1. Weltkrieg gefallenen Woltersdorfer Soldaten, auch bekannt als „Fidus-Denkmal“.

 

Das Mittelrelief des Denkmals wurde vom Künstler Fidus in seinem Fidus-Haus geschaffen und wurde für seinen umstrittenen Stil im Zusammenhang mit einem Trauer-Denkmal ebenfalls bekannt und berühmt. 2004 wurde es unter anderem wegen dieser Besonderheit und künstlerischen Bedeutung vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalschutz begutachtet und unter Denkmalschutz gestellt. Leider zufällt es nach und nach, das Land Brandenburg will keine Gelder zur Instandhaltung freigeben, somit hat der Woltersdorfer Verschönerungsverein zu einer Spendenaktion aufgerufen.

"Alte Schule" in Woltersdorf
"Alte Schule" in Woltersdorf

Die letzte Station unserer Pilger-Fahrt sollte das Heimatmuseum in der Alten Schule sein. Hier präsentiert der schon mehrfach erwähnte Woltersdorfer Verschönerungsverein mehrere Ausstellungen zu den Themen „Formationsgeschichte der Entstehung des Lebens“, "Woltersdorfer Handwerk", „19. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ und „Lebensreform, Kunst & Umbrüche“.

 

In letzterer Ausstellung lagern diverse Stücke aus der Lebensreformbewegung rund um Fidus. Inventar aus seinem Haus, Bücher, Zeitschriften, Briefverkehr, erschaffene und sehr seltene Werke, persönliche Dinge, Baupläne zum Haus, das originale Grabkreuz und eine lückenlos datierte Geschichte seines Lebens.

Hier endete der Ausflug und ein interessanter und spannender Tag in die Vergangenheit vom Meister Fidus geht zu Ende.

 

Die Fidus-Ausstellung ist sehr zu empfehlen und unser Dank richtet sich an den Woltersdorfer Verschönerungsverein, welcher in mühevoller und ehrenamtlicher Arbeit, die Geschichte und Nachlässe von Fidus am Leben und im guten Zustand erhält.


Sommer-Bauhütte vom 29.07. - 04.08.2016

auf dem Handwerkerhof

Quelle: Der Handwerkerhof

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wen beim Lesen der folgenden Zeilen die Sehnsucht nach gemeinsamem Handwerk packt, wer laue Nächte bei guten Gesprächen unter dem Nussbaum sucht, und wer sich kulinarisch verwöhnen lassen möchte, kann jederzeit die Hofgemeinschaft mit seiner spontanen Ankunft beglücken!

Was bisher geschah:
Die Vorhut der Baumannschaft schmiedete im Vorfeld der Bauhütte konspirative Pläne und fand sich bei German zu einem Arbeitsessen ein. Der milde Sommerabend ließ uns die dargebotenen Leckereien doppelt genießen.

 

Solcherart gestärkt, viel auch die mühsame Wanderung zum Handwerkerhof nicht all zu schwer. Wie gewohnt, dröppelten mit fortschreitender Stunde mehr und mehr Menschen ein und die Runde um das Feuer wurde größer.

Samstags zählten wir dann knapp 20 Hilfswillige, die in allen Ecken des Hofes verschwanden, um die ihnen zugewiesenen Arbeiten mit Bravour zu erledigen.

 

Dank Heidi und Ilse spuckte die Küche beständig Nahrhaftes aus. Lediglich die Linde, unter deren Blätterdach wir schlemmten, nahm uns die räumliche Nähe übel und schickte mit jedem Windstoß ihre Samenkapseln zu Boden und somit auch in unsere Becher und Teller.

Mit Stand Sonntag Mittag war bereits folgendes erledigt:

  • alle Außenanlagen wurden geschnitten, gemäht, gejätet, verschönert
  • ein neues Hofgeländer zum Weinkeller stand kurz vor der Fertigstellung
  • die Räumlichkeiten wurden von größeren Mengen Sperrmülls befreit
  • der Getränkekeller wurde aufgeräumt
  • das Pellet-Silo steht und die Heizung wurde weitgehend montiert
  • der Eingangsbereich des Neubaus wartet nun auf die Haustüre
  • die Dritte Welt ist beleuchtet
  • die große Scheune schmückt sich mit einem neuen Kron-Kerzenleuchter
  • die Papierwerkstatt verfügt nun über eine kleine Buchpresse und eine zweite kleine Linol-Druckpresse
  • die Bautreppe im Neubau nimmt Gestalt an

Am Abend des Samtages blieben trotz rechtschaffener Müdigkeit alle lange wach, wollte man doch unbedingt bis Mitternacht ausharren, um Strippers Geburtstag feiern zu können. Das taten wir auch recht standesgemäß mit gut gekühltem Sekt und dem ein oder anderen Liedchen.

 

Dies Tun hatte natürlich Auswirkungen auf das sonntägliche Frühstück, das später als gewohnt stattfand . Einige zerknautschte Gesichter am Tisch ließen auf „Japanische Freundschaftswoche“ schließen. Aber motiviert durch schöne Arbeitsaufträge wurde auch der Müdeste wieder munter und so waren beim Mittagessen wieder alle eindeutig zu identifizieren.

Der Chronist beendet hier seinen Bericht, musste er doch schweren Herzens die Heimreise antreten. Das nachmittägliche Förderertreffen sei hier noch der Vollständigkeit halber erwähnt!

 

Euch allen schöne Sommertage, spannende Fahrten und bis bald auf dem Hof!

Text: Rh. 


Tagesfahrt zum Ostseestrand Prerow am 16.07.2016

Als erster nennenswerter Ausflug über die Berliner Stadtgrenzen hinaus, ist wohl die Tagesfahrt nach Prerow auf die Halbinsel Darß zu bezeichnen. So entschloss sich am 16.07.2016 eine noch recht überschaubare Jugendgruppe auf den Weg in den Norden zu machen, um den sommerlichen Temperaturen der Großstadt zu entfliehen.

 

Nachdem die Ortschaft „Prerow“ intensiv erkundet und mit leckeren Pizzen der Hunger gestillt wurde, ging es weiter durch einen stark verwurzelten Zauberwald in Richtung des legendären FKK-Strand. Der Nachmittag wurde mit Baden, Strandfußball und Sandburgen bauen verbracht, sogar unseren Schriftzug im Sand sieht man jetzt für immer aus dem Weltall. Für immer?

 

Der aufziehende Sturm drängte uns dann doch dazu, den Kälteschutz bestehend aus T-Shirt und kurzer Hose anzulegen. Zeitgleich fand auf dem angrenzenden Strand-Camp ein Beachvolleyball-Turnier mit viel lauter Musik statt, bei dem wir uns dann wieder mit Gegrillten aufwärmten. 


Bauhütte vom 17. bis 19. Juni gemeinsam mit DPSG Unterland auf dem Handwerkerhof

Quelle: Der Handwerkerhof

 

Der Chronist kann über diese Bauhütte ausführlich erst ab Samstag berichten. Pünktlich zur Kaffeezeit traf er auf dem Hof ein und freute sich über den gemütlichen Einstieg. Die Erstbesetzung am Freitag war wohl übersichtlich zu nennen, im Laufe des Samstag trafen dann aber mehr und mehr Leute der Hofmannschaft ein.

 

Prioritäre Ziele des Wochenendes waren der Verputz im Neubau (sehr weit gediehen, für die Sommerbauhütte... stehen nur noch Kleinverputzarbeiten an) und (einmal mehr) die Strukturverbesserung unserer Schlüsselschränke. Daneben gab es, wie gewohnt, etliche Kleinarbeiten und -reparaturen.

 

Auf den Zeltwiesen standen ein halbes Dutzend Kohten, bevölkert von der DPSG Unterland. Diese hielten auf dem Hof ihr „UlaWöWo“ ab. Die Reinschrift dieses kryptischen Kürzels konnte ich zwar erfragen, mir dennoch nicht merken – ich bitte um Nachsicht! Gleichwohl hatten die wuselnden Massen der Wölflinge ihren Spaß, den sie sich von gelegentlichen Regenschauern auch nicht verderben ließen. Die große Scheune war zum gemeinschaftlichen Abendessen (leckere Frikadellen mit multipler Salatauswahl) gut bevölkert.

 

Nun schloss sich für die Hofmannschaft eine spontan anberaumte Taufe der neuen (und wirklich meisterlich gefertigten – Chapeau, lieber TÜV) Schlafmaschine nebst Räumlichkeit auf den liebevollen Namen „Dritte Welt“ an. Was konnte dafür besser geeignet sein als ein Lebenswässerchen schottischer Provenienz? Die Wichtigkeit dieser Prozedur manifestierte sich in einer adäquaten Verweildauer der Festgesellschaft, denn wir konnten uns erst nach gut zwei Stunden von der Kunst gewordenen, hölzernen Bettstatt losreißen. Die Verlagerung erfolgte an das Feuer, um mit den „Unterländern“ einen Singeabend zu verbringen.

 

Der Sonntag hielt dann noch die Trägerkreissitzung parat, deren Start tatsächlich um neun Uhr erfolgte. Nach zweieinhalb Stunden wurde die Sitzung geschlossen und die Meisten gingen mit neuen Aufgaben nach Hause. Suchst auch du neue Aufgaben?

 

Die Sommerbauhütte findet vom 29. Juli bis 7. August statt. Wir freuen uns über jedes neue Gesicht, über jede helfende Hand. Wir freuen uns auf leckeres Essen, schöne Singerunden und jede Menge Spaß!

Rh.

Quelle: Der Handwerkerhof


JUGEND! Deutschland 1918-1945

Quelle und weiterlesen: >>>KLICK<<<

 

Die bündischen Gruppen der Weimarer Zeit standen in der Tradition der Jugendbewegung, die aus der Wandervogelbewegung Ende des 19. Jahrhunderts entstanden war. Die „Wandervögel" wandten sich mit ihrer ausgeprägten Naturverbundenheit gegen die moderne, industrielle Massengesellschaft. Großstadt- und politikfern konzentrierten sie sich auf Selbstbildung und waren dabei nicht frei von völkischen Untertönen und „vaterländischer Gesinnung", wandten sich aber entschieden gegen jegliche Bevormundung durch die staatliche Jugendpflege und zumindest partiell auch gegen die strenge Befehlshierarchie der Pfadfinder. Das Wandern in der Natur entsprach ihrem Lebensideal.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten die rund zwanzig Verbände der Bündischen Jugend die Ideen der Wandervogelbewegung weiter. Sie sahen sich in deren Tradition, jedoch rückte in den Bünden die „Gemeinschaft" zunehmend stärker in den Blick. Der Bund als „elitäre Gemeinschaft mit aristokratischen Zügen und einer auf dem persönlichen Charisma eines ‚Führers' beruhenden Führer-Gefolgschafts-Struktur" wurde zum Leitbild. Gemeinsame Wanderungen und Fahrten bestimmten dabei das Gruppenleben, wobei sich die Bünde bewusst an Lebens- und Gesellschaftsformen „primitiver Völker" orientierten. So nannten sie ihre Untergliederungen Stämme, Horden oder Rudel und verorteten sich selbst außerhalb der Gesellschaft, was nicht zuletzt auf eine verbreitete Ablehnung der Weimarer Demokratie zurückzuführen war.

 

Im Vergleich zu den früheren Wandervögeln, die eher unorganisiert auftraten, zeigten sich die bündischen Jugendlichen zunehmend straffer organisiert, uniformiert und diszipliniert: „Der fröhliche, bewimpelte ‚Sauhaufen' wich strengen Formationen, die Geschlossenheit und Stärke vortäuschten." Nicht nur das Auftreten, auch die Umgangs- und Stilformen änderten sich. Höhepunkte waren nun große Bundeslager und Bundesfeste, aber auch Heimabende, Wanderungen und Fahrten gehörten weiterhin zum Alltagsrepertoire der bündisch bewegten Jugend.

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Quelle und weiterlesen: >>>KLICK<<<


Bündische JuLeiCa 2016 - 42 neue Jugendgruppenleiter


An einem Mittwoch im Mai reiste eine muntere Schar aus allen Teilen Deutschlands und aus (fast) allen Bünden des Ring junger Bünde (RjB) auf der Burg an. Zeltplatz und Enno-Narten-Bau waren nun bis Sonntag das zu Hause von 42 jungen Bündischen, die über Himmelfahrt die komplette Schulung für die, Juleica genannte, Jugendleitercard absolvieren wollten.

Zum Kursende hatten die Teilnehmenden die Aufgabe, Berichte für unterschiedliche Medien und Zielgruppen zu verfassen. Hier ein Potpourri daraus:

Wir trafen uns aus Nord, Süd, West und Ost. Der Grund des Zusammentreffens war die bündische Juleicaschulung im Rahmen des RjB´s. Das Wetter war 1a. Handys verboten! - außer im Notfall, heißt die Devise. Solche und andere Themen umfasste die Schulung. Wandergeschichten und Erfahrungen untermauerten die Einheiten und machten sie interessanter als normale Juleicaschulungen. Bist du eher ein Anführer, Mitläufer, Opponent? Bist du laissez-fair, autoritär oder gar kooperativ? Wie plant man eine Fahrt? Wie einen Heimabend? All dies konnten wir in den 5 Tagen erlernen. 

Die zum wiederholten Mal von RjB und Jugendbildungsstätte angebotene Jugendgruppenleiterschulung hatte so eine große Gruppe noch nie erreicht, aber es gelang trotzdem gut, mit 5 Teamern in Kleingruppenarbeit allen gerecht zu werden.

 

Gleich am Nachmittag begann das intensive Programm, dessen Arbeitsgruppen neben Themen wie Aufsichtspflicht, Führungsstile und Gruppenkasse so schöne Titel hatten wie „Dynamik in der Gruppe - wie aus meinem frisch geworbenen Haufen eine verschworene Gemeinschaft wird?“ oder „Von Tussis und Bürschchen - Geschlechterrollen und ihre Klischees in der Jugendbewegung“.

Die Schulung war genau das Richtige für uns, um zu lernen, worauf es bei der Leitung einer eigenen Gruppe ankommt. Aus unserer Sicht war es der richtige Ort, um neue Freunde kennen zu lernen, trotz dem vollen Programm. Wir sind nun gut vorbereitet um unsere eigenen Gruppen leiten zu können. Klar macht jeder mal Fehler, doch unsere Fragen und Probleme wurden hier beantwortet. An den Abenden gab es leckeres Essen und tolle Singerunden am Feuer. Außerdem kam der Spaß im Burgschwimmbad nicht zu kurz. Und so fuhren alle nach 5 erlebnisreichen, sonnigen und intensiven Tagen am Sonntag wieder in alle viel Himmelsrichtungen davon.

Bericht: Annemarie Selzer am 31.05.2016

Quelle: Jugendbildungsstätte Ludwigstein


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